Trauerbewältigung

Trauer gehört zum Leben wie das Glück. Beide haben ihren Platz und ihre Zeit. Trauern heisst auf einen Verlust zu reagieren, etwas Unwiederbringliches zu beklagen. Das Wissen um die Unumkehrbarkeit des Todes bewirkt immer eine seelische Erschütterung. Trauer auszudrücken findet wenig Gegenliebe. Und obwohl wir wissen, dass wir ein Recht auf Trauer haben, wird sie oft unterdrückt und nicht gelebt. Doch Gefühle zu zeigen und auszudrücken hilft die Endlichkeit der Trauer zu erfassen.

Phasen der Trauer:
Trauer bedeutet etwas Persönliches mit sehr individuellem Verlauf, doch vielfach haben sich vier immergleiche Phasen erkennen lassen:

  • Der Tod eines Nahestehenden kann extreme Empfindungsunfähigkeit hervorrufen.
    Das Nicht-wahr-haben-wollen versteinert jede Emotionalität.
  • Die aktive Mitgestaltung der Bestattung kann wieder zu einem kontrollierten Umgang mit der Trauer führen.
    Die Gemeinschaft der Mittrauernden kann wesentliche Unterstützung bedeuten. Weinen und Klagen kann befreien und heilend wirken.
  • In der dritten Phase wird oft vom "symbolischen Tod" gesprochen. Der oder die Trauernde fühlen sich selbst wie Tod.
    Ein Rückzug von der Aussenwelt kann die Folge sein. Um so wichtiger ist hier die Begleitung durch einen nahestehenden Menschen.
  • Ohne zu vergessen, was unwiederbringlich ist, geht es in der vierten Phase darum den Verlust zu akzeptieren.
    Der Verstorbene wird Teil im inneren des Trauernden selbst. Die Erfahrung des Todes ermöglicht das "Ja" zu sich selbst
    und das Erkennen eigener Endlichkeit im positiven Sinne

So gelingt die Trauerarbeit
Ein erster Schritt zur erfolgreichen Trauerarbeit ist, dass man zu seiner Krise steht - und sich an einen Menschen wendet, der einem in dieser Extremsituation hilft. Das kann ein Fachmann sein, ein Therapeut, ein Kriseninterventionszentrum, aber auch eine nette Nachbarin und natürlich ein Freund oder eine Freundin. Und wenn dieser andere mensch einfach sagt: "So ist es mir auch einmal ergangen, aber ein paar Wochen oder Monate später war alles wieder in Ordnung", dann hat man nicht mehr soviel Angst und bekommt wieder Phantasien, was das Leben noch zu bieten hat. Aber viele Menschen in einer Krise bekommen gutgemeinte Ratschläge oder Aufforderungen wie "Jetzt reiß´ dich zusammen, das ist doch garnicht so schlimm" zu hören. Hilfe - und darin sind sich alle Experten einig - heißt nicht, jemandem Vorschläge zu machen. Trostlose Situationen sind einfach trostlos. Man sollte besser zuhören, nachfragen, mitfühlen, da sein.

Der zweite Schritt: den Trauerschmerz ausgiebig zu durchleiden. Wir sollten Trauer als eine lebensnotwendige Antwort des Organismus auf einen schmerzlichen Verlust betrachten, und ihr den berechtigten Ausdruck verleihen.

Es gibt kein Rezept für die Trauer. Sollten Sie in akuter Trauersituation sein, gehen Sie auf Freunde und Bekannte zu. Bitten Sie im persönlichen Umfeld um Hilfe. Oder wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. Wir vermitteln auch Kontakt zu Trauergruppen, -Begleitern und -Therapeuten

Kondolenzschreiben

Trauer und Kondolenz - Stärkende und tröstende Worte
Sie sollen tiefes Beileid und ehrliche Anteilnahme ausdrücken - doch wenn jemand stirbt, fehlen für Beileidsschreiben meist die richtigen Worte. In solchen Fällen sollte man nicht zum Telefon greifen, sondern sich die Zeit für einen wohl formulierten Brief nehmen. Kondolenzschreiben helfen - sie sind für die Hinterbliebenen ein stärkender und tröstender Ausdruck der Wertschätzung für den Verstorbenen.

Vorgedruckte Beileidskarten können dabei den Einstieg erleichtern. Immer aber sollten auch persönliche Worte des Trostes handschriftlich zugefügt werden.

Je enger die Beziehung zum/zur Verstorbenen war, desto persönlicher dürfen die Gefühle zum Ausdruck gebracht werden. Geeignete Anknüpfungspunkte dafür bieten Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse mit der verstorbenen Person. Gefühle und Gedanken sollten gut durchdacht sein und verbrauchte Phrasen vermieden werden.

Formal gilt: Für Kondolenzschreiben kein Papier mit schwarzem Rand verwenden. Das ist ausschließlich der Korrespondenz aus dem Trauerhaus vorbehalten.

Dies sollte ein Kondolenzbrief enthalten:

  • Erzählen Sie, dass Sie vom Tod erfahren haben und wie Sie die Nachricht aufgenommen haben
  • Bekunden Sie Ihr Mitgefühl und Ihre Anteilnahme
  • Würdigen Sie die Person und ihre Leistungen oder erinnern Sie an gemeinsame Erlebnisse
  • Finden Sie tröstende Worte und bieten Sie Hilfe an

Das Begräbnis

Bei der Vorbereitung eines Begräbnisses ist vieles zu berücksichtigen. Wir helfen Ihnen gerne bei der Gestaltung einer des Verstorbenen würdigen Trauerfeier.

Traueranzeige
Auch "Partezettel" genannt, ist die schriftliche Mitteilung über einen Todesfall, fast immer mit der Bekanntgabe von Ort und Zeitpunkt des Begräbnisses verbunden. Er ist an keine bestimmte Person gerichtet, sondern wird den Empfängern einzeln zugesandt. Die Einschaltung von Trauernachrichten in den Tageszeitungen ist im allgemeinen üblich, wenn der Verstorbene eine im öffentlichen Leben bekannte Persönlichkeit war und man daher mit der Zeitungseinschaltung einen größeren, nicht näher bekannten Personenkreis ansprechen möchte.

Gedenkbilder
Im Gegensatz zum "Partezettel", der über das Ableben einer Person informieren soll, dienen Gedenkbilder, auch "Sterbebildchen" genannt, der Erinnerung an den Toten und werden meist anläßlich des Begräbnisses oder bei der Seelenmesse an die Trauergäste verteilt oder später - entsprechend formuliert - als Danksagung oder aber mit der Danksagung ausgesandt.

Blumenspenden
Die Trauer über den Verlust eines nahestehenden Menschen ist schmerzlich. Die dem Verstorbenen gewidmeten Blumenspenden können den Angehörigen zwar diesen Schmerz nicht nehmen, aber als Zeichen des Gedenkens und der Verehrung einen gewissen Trost bieten. Wenn jedoch der Verstorbene zu seinen Lebzeiten einer karitativen oder wohltätigen Organisation nahestand, findet man auf der Parte oft den Hinweis, von Blumenspenden abzusehen und an deren Stelle einer bestimmten Organisation eine Geldspende zu überweisen.

Trauerkleidung
Es bleibt dem einzelnen vorbehalten, ob er seine Trauer durch ein auf eine bestimmte Dauer abgestimmtes Tragen schwarzer Kleidung oder in anderer Form zum Ausdruck bringt. Anläßlich der Trauerfeier sollte aber dennoch von den nächsten Angehörigen schwarze oder dunkle Kleidung getragen werden. Das Tragen von Hut (bei der Witwe mit kleinem Schleier) und Handschuhen hängt davon ab, welche Bedeutung der einzelne den konventionellen Bräuchen beimißt. Während Trauerkleidung für Kinder weder notwendig noch angebracht ist, sollten Trauergäste einer dem Anlaß entsprechenden Kleidung in gedeckten Farben den Vorzug geben.

Kondolenz
Kondolenzbesuche sollte man, wenn sie nicht ortsüblich sind, unterlassen oder nur dann abstatten, wenn die Angehörigen Hilfe benötigen. Jedoch sollte jeder Empfänger einer Todesanzeige sein Beileid durch ein Kondolenzschreiben ausdrücken, wenn er nicht persönlich an der Trauerfeier teilnimmt. Bei einer Teilnahme an der Trauerfeier drückt man den Angehörigen sein Beileid entweder beim Betreten des Aufbahrungsraumes, nach dem stillen Gedenken vor dem Sarg, oder an der Grabstelle, nach dem Ende der Feier aus. Wenn nicht auf der Parte ausdrücklich vermerkt ist, daß von Beileidsbezeugungen überhaupt (oder bei der Aufbahrung bzw. am Grab) abzusehen ist, wird man, wenn sich die Angehörigen im Aufbahrungsraum oder im Bereich der Grabstelle entsprechend aufstellen, davon ausgehen können, daß Beileidsbekundungen erwünscht sind. Wenn von der Familie keine anderen Wünsche geäußert werden, sollte den Angehörigen aber nur einmal, nach dem Ende der Trauerfeier bei der Grabstelle, das Beileid ausgesprochen werden.

Kinder bei der Bestattung
Kinder dürfen und sollen zu einer Bestattung mitgenommen werden, wenn das Kind eine Bezugsperson, z. B. Großmutter, Großvater, Mutter, Vater oder Geschwister, verloren hat. Das Kind wird je nach Alter die Vorgänge verstandesmäßig nicht einordnen, aber gefühlsmäßig erfassen können. Das Kind darf nicht den Eindruck gewinnen, die geliebte Großmutter oder das Geschwisterchen seien "jetzt einfach weg". Außerdem wird das Kind bereits in frühen Jahren zu einem natürlichen Umgang mit der Bestattung angeleitet. Ähnliches gilt für die Abschiednahme; auch dem Kind darf man den Anblick des toten Menschen nicht verwehren. Bei Beerdigungen von Menschen, die dem Kind weniger oder gar unbekannt waren (entfernter Bekannten- oder Verwandten- kreis) ist die Mitnahme weniger empfehlenswert, weil das Kind die Vorgänge nicht einordnen kann. Nimmt man das Kind zur Beerdigung mit, so trägt es bis zum Vorschulalter in jedem Falle bunte, kindgemäße Kleidung. Dies hat auch symbolische Bedeutung, da daß junge Leben dem Tod gegenübersteht.